Ein Jahr mit „Gemeinsam ohne Einsam“
Jahresrückblick 2025 - Barrierefreies Begegnungsprojekt GoE
Das barrierefreie Begegnungsprojekt „Gemeinsam ohne Einsam“ verfolgt primär das Ziel, Einsamkeit entgegenzuwirken, soziale und kulturelle Teilhabe zu stärken und inklusive Begegnungsräume für Menschen mit Hörschädigung zu schaffen.
Das Haus des Miteinander Hörens in Weimar diente 2025 erneut als zentraler, barrierearmer Begegnungsort. Durch regelmäßig stattfindende, niedrigschwellige Angebote wurden soziale Kontakte gefördert, Selbstwirksamkeit gestärkt und ein lebendiges Miteinander unterstützt.
Januar bis März – Gemeinschaft, Aktivierung und neue Angebote
Das Jahr begann im Januar mit einer Einstimmung auf das neue Jahr, die Raum für Austausch, Wünsche und gemeinschaftliche Perspektiven bot. Kreative und aktivierende Formate wie der Spielevormittag sowie die Kreativzeit „Fermentieren“ förderten Begegnung und gemeinsames Lernen.
Im Februar standen Gesundheits- und Wohlfühlthemen im Mittelpunkt. Neben einer leichten, lustigen Quizrunde wurden in der sogenannten „Kreativzeit“ wieder vielerlei Angebote zum Mitmachen angeboten, wie „Selbstgemachte Körperpflege“. Zudem fand ein Vortrag zum Thema „Mentale Gesundheit“ statt, mit dem Heilpraktiker Herr Schaller. Das gemeinsame Format „Mahlzeit“ stärkte zusätzlich das soziale Miteinander.
Der März war geprägt von Vielfalt und Bewegung: Die „Faschingsgaudi“ sorgte für fröhliche Gemeinschaftserlebnisse. Mit „Beweg Dich!“ startete ein neues, regelmäßiges Bewegungsangebot für alle Interessierten. Ergänzt wurde der Monat durch das „Guten-Morgen-Café zum Frauentag“, Spielangebote sowie gemeinsames „Osterbasteln“.
April bis Juni – Jahreszeiten erleben und Stadtteilarbeit
Im April wurde der Frühling kreativ und kulinarisch begrüßt, u. a. mit der Kreativzeit „April-Scherz“, dem Angebot „Kulinarisches aus Bärlauch“, Spielvormittagen und einer gemeinsamen „Mahlzeit“. Ein besonderer Höhepunkt war die Beteiligung am „Aktionstag Weimar Nord“, wodurch die Vernetzung im Stadtteil weiter gestärkt wurde.
Im Mai beteiligte sich das Projekt an den Aktionstagen rund um den „5. Mai 2025“ (Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen). Das Projekt hat dazu Veranstaltungen initiiert und durchgeführt, u.a. einen barrierefreien Aktionstag auf der Terrasse des „Haus des Miteinander Hörens“ und einen barrierefreien Kulturtag in Museen der Stadt Weimar. Thematische Angebote wie „Die Erdbeere“ und „Heilsames aus Kräutern“ verbanden Naturerleben mit Wissensvermittlung und rundeten die Angebote im Mai ab.
Der Juni lud zu Bewegung und Natur ein: Ein Spaziergang ins Grüne, eine Kreativzeit zum Thema „Lavendel“, Spielvormittage sowie das gemeinsame Mahlzeit-Format wurden gut angenommen. Zudem beteiligte sich das Projekt an einer „Aktionswoche des Bürgerzentrums Schöndorf/Weimar“, was die Projektvernetzung weiter förderte
Juli bis August – Sommerpause und besondere Höhepunkte
Während der Sommerpause fanden ausgewählte Angebote wie „Beweg dich!“ weiterhin statt. Ein gemeinsames Sommerfest, mit dem „Deutscher Schwerhörigenbund Ortsverein Weimar e.V.“ und „DSB Landesverband Thüringen und Sachsen-Anhalt in Mitteldeutschland e.V.“, bildete einen wichtigen sozialen Höhepunkt.
Im Juli nahmen Projektteilnehmer am „SHG Sternentreffen Arnstadt“ und dem „Regionaltreffen Ost“ des Bundesverbandes des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB) in Berlin teil. Diese Teilnahme stärkte die überregionale Vernetzung und den fachlichen Austausch.
September bis November – Vernetzung, Bildung und Vorbereitung auf den Jahresabschluss
Im September wurde sich an der Veranstaltung “Forum Gesundheit“ in Apolda beteiligt. Mit einem Aktionsstand sollte die Bekanntmachung des Projektes im Weimaraer Land ausgebaut werden. Weitere Angebote wie Spielvormittage, thematische Kreativzeiten und Veranstaltungen rund um Herbstthemen, wie „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ „Spaziergang in den Herbst“ sowie das „Basteln für das Zwiebelmarktcafé“ förderten Kreativität und Gemeinschaft.
Ein Highlight war die jährliche Teilnahme an den „Bildungstage 2025 des Deutschen Schwerhörigenbundes“ in Chemnitz, an der sich Projektteilnehmer mit der Vorbereitung einer „Kunstausstellung“ beteiligten.
Der Oktober und November standen im Zeichen von Alltagskompetenzen, Kultur und Vorbereitung auf die Adventszeit. Neben Spiel- und Spazierangeboten, wurden Kreativzeiten angeboten, u.a. „Kulinarisches aus dem Thermomix“, sowie ein „Besuch des Stadtmuseums Weimar“ mit einer barrierefreien Führung. Bastel- und Backangebote bereiteten den Adventsmarkt Weimar Nord in der Lucas-Cranach-Schule vor, an dem sich auch das Projekt mit einem Basarstand beteiligte.
Im November wurde ein Selbstsicherheitsseminar initiiert und durchgeführt, in Zusammenarbeit mit dem DSB LV Thr Sa-An MD e.V. und der Parität Thüringen (Sponsoren) zum Thema: „Sicher im Notfall – Katastrophenschutz für hörgeschädigte Menschen“.
Dezember – Gemeinschaftlicher Jahresausklang
Der Dezember bot zahlreiche gemeinschaftsstärkende Höhepunkte: Weihnachtsmarktbesuche, gemeinsames „Punschen“, ein „Weihnachtliches Märchenkino“ sowie die Teilnahme einiger Projektteilnehmer am „SHG-Sternentreffen in Halle“, mit Weihnachtsmarktbesuch und Besichtigung und Führung im „Landesmuseum für Vorgeschichte“
Den feierlichen Abschluss bildete die „Jubiläumsveranstaltung 15 Jahre Deutscher Schwerhörigenbund Landesverband Thüringen und Sachsen-Anhalt in Mitteldeutschland e.V.“ in Sangerhausen, die das Projektjahr würdig abrundete.
Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkpflege
Natürlich wurde auch in 2025 Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit durch die Projektmitarbeiter betrieben. Die kontinuierliche Zusammenarbeit und der der Austausch mit regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern war ein zentraler Bestandteil des Projektes. Dazu zählten neben dem DSB OV Weimar e. V. sowie dem DSB Landesverband Thüringen und Sachsen-Anhalt in Mitteldeutschland e. V. auch der Behindertenbeirat der Stadt Weimar, die Netzwerktreffen sozialer Akteure in Weimar Nord, die Stiftung Wohnen Plus, der Ortsteilbürgermeister Weimar Nord, der Austausch mit Anbietern sozialer Arbeit des Weimarer Landes zum „Forum Gesundheit“ sowie die Zusammenarbeit mit dem „Sozialer Dienst für hörgeschädigte Menschen in Thüringen“. Diese Kooperationen stärkten die Sichtbarkeit des Projektes, ermöglichten fachlichen Austausch und förderten nachhaltige Teilhabe.
Die positive Resonanz der Teilnehmenden sowie die gewachsenen Netzwerke bilden eine stabile Grundlage für die Durchführung des Projektes. So gehen wir zuversichtlich in das Projektjahr 2026, mit vielen neuen kreativen, kulturellen und gemeinschaftsfördernden Angeboten, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind!
Wir freuen uns auf euer Kommen und eure aktive Beteiligung.
Torsten Bierwagen und Stephanie Kühne-Grolle